Globales Lernen – Globalisierung gestalten

logo einfach großfarbeGlobales Lernen umfasst grundsätzlich alle Themen mit Bezug zu Globalisierung, Umweltschutz und Entwicklungspolitik. Beispiele sind Welthandel, Landwirtschaft und Ernährung oder Menschenrechte. Es ist die notwendige Antwort im Bildungsbereich auf eine fortschreitende Globalisierung mit dem Ziel zur Nachhaltigkeit. Doch darüber hinaus ist Globales Lernen auch eine Methode, zu einem lebenslangen, selbstbestimmten und ganzheitlichen Lernprozess.

Nachhaltige Entwicklung funktioniert nur, wenn sich jeder für eine menschenwürdige Gesellschaft einsetzt. Die notwendigen Fähigkeiten dazu vermittelt Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE. Mit der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) haben sich die Staaten der Vereinten Nationen verpflichtet, diese Art des Lernens in ihren Bildungssystemen zu verankern.

Wichtig ist, dass es sich bei Globalem Lernen nicht immer um theoretische vermittelte politische Themen gehen muss, denn Globales Lernen umfasst alle 3 wichtige Ebenen zum ganzheitlichen Lern-Erlebnis, womit es sich vom regulären Schulunterricht oft unterscheidet. Dazu gehören:

  • Erlebnispädagogik hat viele Facetten.Kopf: Inhalte der Workshops
    – globale Probleme und Zusammenhänge sowie Ungerechtigkeitsfaktoren
    – Transparenz durch Darstellung von Nachrichten, die in der Öffentlichkeit selten genannt werden.
    – Verdeutlichende Methoden während des Workshops
    – Beispielprojekte, Lösungsansätze …
  • Herz: Erfahrungsberichte
    – persönliche Berichte der Freiwilligen aus ihren Ländern
    – menschlicher Austausch, Freundschaften
    – Methoden der Gefühls- und Empathie-Ebene
    – Eigene Erfahrungen der Teilnehmer in Natur, unter Menschen, anderen Kulturkreisen
  • Hand: Aktionen
    – Kunstaktionen im öffentlichen Raum (Flashmobs, Straßentheater)
    – Zusammenarbeit, technische Unterstützung, Bildungsarbeit …
    – Spendenaktionen für Projekte, andere Menschen etc …
    – Eigenes Konsumverhalten ändern …
Ein Circus in einer Favela in Brasilien

Ein Circus in einer Favela in Brasilien

Globales Lernen geht damit weit über “Entwicklungspolitische Bildungsarbeit” hinaus. Erlebnispädagogik, Freiwilligendienste und interkultureller Austausch können daher wesentliche Bestandteile von Globalem Lernen sein, obgleich sie die erste Informations-Ebene nicht explizit erfassen. Doch allein das Wissen um Missstände motiviert bekannter Maßen nur dann etwas zu ändern, wenn es vom Herzen her ein Anliegen ist, etwas Schönes zu erreichen und es Handlungsmöglichkeiten gibt.

Globales Lernen richtet sich an alle Menschen in der ganzen globalisierten Welt, aller Altersgruppen. Es beginnt schon vor dem Kindergarten mit Naturerlebnissen und dem Aufwachsen in einer kulturell vielfältigen Umgebung. Da sich aber nicht alle Menschen für Politik interessieren, reduziert sich auch Globales Lernen nicht nur auf Politik sondern versucht vielschichtig – praktisch, theoretisch und künstlerisch – die Inhalte zu vermitteln:

  • kreativ, künstlerisch, visionär (Straßentheater, Plakate, träumerisch, Gedichte …)
  • praktisch, aktiv und projektorientiert (Windräder bauen, Spendenaktionen machen, Webblogs, NGOs unterstützen…)
  • sozial, gemeinschaftlich auf freundschaftlicher Ebene (im Freundeskreis, in der WG, Demo, Unigruppe “es ist cool, etwas zu tun”)
  • Sozialwissenschaftlich, politisch und debattierend (Diskussionsrunden, wissenschaftliche Texte, Modelle)

Doch was muss man wissen, um die Welt zu retten und auf ihr nachhaltig leben zu können? Inhalte des Globalen Lernens können sehr breit gefächert sein, es gibt also keinen festen Lehrplan, was einfach daran liegt, dass die Antworten auf unsere Probleme erst gefunden werden müssen. Klar ist damit, dass die Bildungsagenten keine alleingültigen Lösungen zu ihren Themen mitbringen und das Ziel für unsere Gemeinschaft gilt es im Workshop zu entdecken.

Durch Erlebnispädagogik wird ein Gefühl dafür vermittelt, was wir als Menschen wirklich brauchen und können uns so von nicht nachhaltigem Konsum befreien.

Durch Erlebnispädagogik wird ein Gefühl dafür vermittelt, was wir als Menschen wirklich brauchen und können uns so von nicht nachhaltigem Konsum befreien.

Alle Themen betreffen das reale Leben und es ist kein Lernen für Lehrplan und Klausuren. Ob wir die Prüfung bestanden haben, sehen wir daran, ob wir in 100 Jahren noch, mit unseren bis dahin vielleicht 12 Mrd. Freuden, auf diesem Planeten leben können. Dennoch versuchen wir zu vermitteln, unsere Umwelt und Vielfalt nicht aus Wut oder Angst vor dem Sterben zu schützen, sondern aus Liebe, weil diese Erde so schön ist!

Quellen und weiterführende Links:

Theorie und Praxis zum Globalen Lernen auf dem EWIK-Portal.

Anmerkungen / Optionen / Rückmeldungen:

Erstellt durch Helmut@bildungsagenten.com

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Die Zentrale Frage des Globalen Lernens ist: Wie können Menschen auch in Zukunft auf diesem schönen Planeten leben?

Die Zentrale Frage des Globalen Lernens ist: Wie können Menschen auch in Zukunft auf diesem schönen Planeten leben?